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Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz 2026

Quelle: M.Kuhn

Hamburg, 6. Oktober 2026 Zurück

Was Kinder stark macht: HanseMerkur ehrt sechs Initiativen für herausragenden Einsatz im Kinderschutz

45. HanseMerkur Preis für Kinderschutz: 120.000 Euro Preisgeld, Hauptpreis für Acker e. V. – erstmals zwei Mitarbeiterpreise

Zum 45. Mal verleiht die HanseMerkur heute in Hamburg ihren Preis für Kinderschutz. Die diesjährigen Preisträger zeigen, wie vielfältig wirksamer Kinderschutz ist: auf dem Schulacker und bei der ärztlichen Prävention im Klassenzimmer, in einem geschützten Surfraum im Internet und im Kurs zur Selbstbehauptung, in der Traumatherapie und in der Begleitung junger Menschen, die auf einen Therapieplatz warten. Erstmals vergibt die HanseMerkur zwei Mitarbeiterpreise. Damit ehrt sie sechs statt bisher fünf Initiativen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 120.000 Euro.

„Mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz möchten wir dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche gesund und gut geschützt aufwachsen. Die sechs Initiativen, die wir in diesem Jahr auszeichnen, setzen dort an, wo Kinder und Jugendliche Stärke brauchen: Sie lassen Kinder erleben, wie gesunde Lebensmittel wachsen, schaffen sichere Räume im Netz, bestärken Kinder darin, Nein zu sagen, klären Jugendliche über Alkohol in der Schwangerschaft auf, geben traumatisierten Kindern Halt und sind für junge Menschen in seelischen Krisen da“, erklärt Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur. „Was diese Projekte verbindet, ist ein Kinderschutz, der früh beginnt und verlässlich bleibt. Dahinter stehen Menschen, die ihre Zeit und ihr Fachwissen einbringen, oft ehrenamtlich. Dieses Engagement verdient unsere Anerkennung und öffentliche Aufmerksamkeit.“

Den mit 40.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält in diesem Jahr der Berliner Acker e. V. Mit seinen Bildungsprogrammen GemüseAckerdemie und AckerRacker ermöglicht der Verein Kindern ab drei Jahren an Kitas und Schulen ein eigenes Beet. Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 20.000 Euro gehen an die Hamburger Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF) für ihr Präventionsprojekt „Schwanger? Dein Kind trinkt mit!“, den Berliner fragFINN e. V. für die Kindersuchmaschine fragFINN.de und seine Kinderredaktion FINNreporter sowie den Deutschen Ju-Jutsu-Verband e. V. für sein Gewaltpräventionsprogramm „Nicht mit mir!“. Diese vier Preisträger hat eine renommierte Fachjury ausgewählt.

Über die beiden Mitarbeiterpreise haben die Mitarbeitenden der HanseMerkur entschieden. Jeweils 10.000 Euro gehen an Ankerland e. V. aus Hamburg, der in seinem Trauma-Therapiezentrum schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche kostenfrei behandelt, und an Soulbuddies e. V. aus Rheda-Wiedenbrück. Dessen ehrenamtliches Team begleitet junge Menschen in der oft monatelangen Wartezeit auf einen Therapieplatz. Nähere Informationen zu allen Preisträgern finden Sie auf den folgenden Seiten.

Die feierliche Preisverleihung am Unternehmenssitz der HanseMerkur in Hamburg moderiert erneut Yared Dibaba. Der Moderator, Musiker und Schauspieler begeistert seit vielen Jahren mit Charme, Witz und Bodenständigkeit ein breites Publikum. Zugleich setzt er sich auf vielfache Weise für Integration und soziale Projekte ein.

Schirmherrin 2026 ist die Verlegerin Julia Becker, Mitgesellschafterin und Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe. Sie engagiert sich seit Jahren für Bildung sowie für die Lese- und Medienkompetenz junger Menschen, unter anderem im Kuratorium der Brost-Stiftung, im Freundeskreis der Stiftung Lesen und im Kuratorium der Initiative #UseTheNews. „Starker Kinderschutz braucht mutige Menschen, die mit kreativen Lösungen und viel Engagement das Leben für die Jüngsten unserer Gesellschaft jeden Tag ein bisschen besser machen“, sagt Julia Becker.  „Ich bin enorm beeindruckt von den Initiativen, die wir jetzt auszeichnen. Starker Kinderschutz braucht aber auch eine wache, unabhängige Öffentlichkeit – und genau die schaffen unabhängige Medien. Journalistinnen und Journalisten erzählen die Geschichten derer, die sich einsetzen. Sie bringen Licht ins Dunkel, klären über Missstände auf und geben Kindern eine Stimme, die sonst ungehört bliebe. Als Verlegerin ist es mir eine Ehre, diesen Preis als Schirmherrin zu begleiten.“

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Der Hauptpreisträger 2026

Acker e. V., Berlin/bundesweit
Projekt: „GemüseAckerdemie“ und „AckerRacker“

Ein Beet, das Schule macht: Wie erklärt man einem Kind, was auf seinem Teller landet? Acker e. V. beantwortet diese Frage mit einer eigenen Gemüsefläche an Schule und Kita. In der GemüseAckerdemie bauen Schulkinder von sechs bis zwölf Jahren im Unterricht das ganze Jahr über Gemüse an. Im AckerRacker ackern schon Kita-Kinder ab drei Jahren mit. Sie bewegen sich an der frischen Luft, übernehmen Verantwortung und lernen, wie Lebensmittel entstehen. Rund 400 ehrenamtliche AckerCoaches begleiten die Einrichtungen bundesweit über vier Jahre. Seit 2014 sind so rund 2.000 Lernorte entstanden, an denen mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche erreicht wurden. Das Ziel: Bis 2030 soll jedes Kind die Chance auf eine Naturerfahrung bekommen.

Die diesjährigen Anerkennungspreisträger

Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF), Hamburg/bundesweit
Projekt: „Schwanger? Dein Kind trinkt mit!“

Kein Schluck ist unbedenklich: Alkohol in der Schwangerschaft kann ein Kind lebenslang schädigen. Dabei sind Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) vollständig vermeidbar. Die ÄGGF setzt an, lange bevor eine Schwangerschaft ein Thema ist. Überwiegend ehrenamtlich tätige Ärztinnen und Ärzte sprechen in Schulworkshops mit Kindern und Jugendlichen über Körper, Gesundheit und Verantwortung – ohne Lehrkräfte, ohne Noten, mit ärztlicher Schweigepflicht. Zwei Babypuppen, eine davon mit typischen FASD-Merkmalen, machen greifbar, worum es geht. Allein 2025 erreichte die ÄGGF mit rund 7.700 Veranstaltungen mehr als 101.000 Kinder und Jugendliche.

fragFINN e. V., Berlin
Projekt: Kindersuchmaschine fragFINN.de und FINNreporter

Wo Kinder sicher suchen dürfen: Seit 2007 bietet fragFINN e. V. Kindern mit fragFINN.de einen geschützten Surfraum. Grundlage ist eine Positivliste mit rund 3.500 freigegebenen Webseiten. Das Team hat sie zuvor von Hand geprüft und kontrolliert sie regelmäßig. Zweites Herzstück ist die Kinderredaktion FINNreporter: Kinder zwischen neun und 13 Jahren entscheiden selbst, worüber berichtet wird, führen Interviews und stehen vor der Kamera. So verbindet fragFINN Schutz im Netz mit echter Beteiligung und Medienbildung, die Kinder für ihren digitalen Alltag stärkt.

Deutscher Ju-Jutsu-Verband e. V., bundesweit
Projekt: „Nicht mit mir!“

Nein sagen kann man lernen: Im Gewaltpräventionsprogramm „Nicht mit mir!“ üben Kinder vom Kindergarten- bis ins Grundschulalter in sechs Kurseinheiten, Gefahren früh zu erkennen, ihre Grenzen zu benennen und sich Hilfe zu holen. Erst als letztes Mittel lernen sie, sich körperlich zu wehren. Ein Ampelprinzip macht die Inhalte kindgerecht: Grün steht für Prävention, Gelb für Selbstbehauptung, Rot für Selbstverteidigung. Seit 1998 wird das Konzept ehrenamtlich weiterentwickelt. Bundesweit sind heute 1.462 lizenzierte Kursleiterinnen und Kursleiter in Vereinen, Kitas und Schulen im Einsatz. Inzwischen melden Eltern, die den Kurs selbst als Kind erlebt haben, ihre eigenen Kinder an.

Die diesjährigen Mitarbeiterpreisträger

Ankerland e. V., Hamburg
Projekt: Ankerland Trauma-Therapiezentrum

Ein sicherer Ort nach schweren Erlebnissen: In einem ehemaligen Pastorat gegenüber dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf behandelt Ankerland seit 2016 schwer traumatisierte Kinder und Jugendliche – tagesklinik-ähnlich, kostenfrei und ohne zeitliche Begrenzung. Grundlage ist die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche (PITT-KID), ergänzt durch Musik-, Kunst- und Körpertherapie; eine erwachsene Bezugsperson wird eng eingebunden. Über das bundesweit erreichbare Trauma-Informations- und Beratungszentrum finden außerdem Bezugspersonen und Fachkräfte Rat. Die Behandlung finanziert Ankerland vollständig aus Spenden und Fördermitteln.

Soulbuddies e. V., Rheda-Wiedenbrück
Projekt: „Rat und Tat für Kinder und Jugendliche“

Damit niemand in der Wartezeit allein bleibt: Bis zu einem Therapieplatz vergehen oft Monate. Diese Lücke war 2018 der Anlass für die Gründung von Soulbuddies e. V. Heute begleitet ein Team von rund 100 Ehrenamtlichen – überwiegend Psychologie-Studierende, begleitet von erfahrenen Fachkräften – Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre: verlässlich, kostenfrei und niedrigschwellig. Nach einem Kennenlerngespräch bekommt jede ratsuchende Person einen passenden Soulbuddy an die Seite. Auf Wunsch hilft dieser auch bei der Suche nach einem Therapieplatz. Mit dem „Soul-Mobil“ fährt das Team dorthin, wo junge Menschen den Weg sonst nicht schaffen würden.

Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz 2026

Preisträger des HanseMerkur Preises für Kinderschutz 2026 | M.Kuhn

Über den HanseMerkur Preis für Kinderschutz

Im UNO-Jahr des Kindes 1979 gab die HanseMerkur bei Prof. Dr. Hedwig Wallis, damals Direktorin der Psychosomatischen Abteilung an der Hamburger Universitäts-Kinderklinik, eine Studie in Auftrag. Diese wies nach, dass die begleitende Mutter zur Beschleunigung des Genesungsverlaufs und zur Vorbeugung gegen seelische Schäden bei stationären Aufenthalten von Kindern entscheidend ist. Diese Erkenntnis mündete ein Jahr später in den „Mutter-und-Kind-Tarif“, mit dem die HanseMerkur als erster privater Krankenversicherer das „Rooming-in“ absicherte.

Parallel dazu wurde 1980 erstmals unter dem Motto „Sorge für Kinder ist Vorsorge für die Zukunft“ der HanseMerkur Preis für Kinderschutz ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden einzelne Personen, private Initiativen und Gruppen in Deutschland, die sich weitgehend ehrenamtlich und höchst engagiert sowie beispielhaft für die Belange von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Dies kann im Bereich der psycho-sozialen, der medizinischen oder gesellschaftlichen Hilfe bzw. Vorbeugung geschehen. Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Kinderschützern, der unter anderem Prof. Dr. Sabine Andresen (Der Kinderschutzbund), Georg Graf Waldersee (Deutsches Komitee für UNICEF) und Prof. Dr. Sabine Walper (Deutsche Liga für das Kind) angehören, sorgt für den Know-how-Transfer und die Qualitätskontrolle bei der alljährlichen Auswahl exzellenter Initiativen im Kinder- und Jugendschutz. Seit 1980 haben sich über 4.000 Projekte beworben. Ausgezeichnet wurden bislang 194 Projekte, die Preisgelder in Höhe von über 1,4 Millionen Euro erhalten haben.