An 26 Standorten in Deutschland und einem in Luxemburg schenkt die sogenannte Bananeflankenliga über 1.000 Kindern mit geistiger Beeinträchtigung das, was viele andere Ligen ihnen verwehren: einen echten Platz auf dem Spielfeld. Der Bananenflankenliga e.V. wurde im Jahr 2024 mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz für sein herausragendes Engagement ausgezeichnet. Im folgenden Interview spricht Christian Oparaugo, Vorstandsvorsitzender des Vereins, über die Philosophie hinter diesem besonderen Projekt. Er erklärt, wie neue Spielerinnen und Spieler gewionnen werden – und welche Hürden sie dabei immer wieder überwinden müssen.
1. Was zeichnet eure Liga aus? Besonders im Vergleich zu anderen Fußballligen?
Die Bananenflankenliga ist weit mehr als eine Fußballliga. Wir schaffen für Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung einen Ort, an dem sie Fußball spielen, Gemeinschaft erleben und Selbstvertrauen entwickeln können. Während im klassischen Vereinsfußball häufig Leistung und Wettbewerb im Vordergrund stehen, zählen bei uns vor allem Teilhabe, Freude und persönliche Entwicklung. Jeder darf mitmachen, unabhängig von seinen sportlichen Fähigkeiten. Mit mittlerweile 26 Standorten in Deutschland und einem in Luxemburg geben wir mehr als 1000 Kindern die Möglichkeit, Teil eines Teams zu sein und echte Fußballmomente zu erleben – von regelmäßigen Trainings bis hin zu großen Turnieren.
2. Wie werden Kinder auf eure Teams aufmerksam bzw. wie gewinnt ihr neue Spieler und Spielerinnen?
Der wichtigste Weg sind Empfehlungen. Eltern, Schulen, Fördereinrichtungen, Therapeuten oder Einrichtungen der Behindertenhilfe machen Familien auf unsere Angebote aufmerksam. Gleichzeitig arbeiten unsere Standorte eng mit lokalen Partnern zusammen und sind bei Veranstaltungen, Aktionstagen oder Sportfesten präsent. Besonders wichtig ist uns, Hürden abzubauen: Wer Interesse hat, kann unkompliziert zum Probetraining kommen und die Gemeinschaft kennenlernen. Die Begeisterung der Kinder und die positiven Erfahrungen der Familien sind letztlich die beste Werbung für unsere Liga.
3. Was sind die größten Herausforderungen in eurer Arbeit?
Die größte Herausforderung besteht darin, mit dem starken Wachstum Schritt zu halten und gleichzeitig die hohe Qualität unserer Arbeit sicherzustellen. Immer mehr Familien suchen passende Sportangebote für ihre Kinder, und wir möchten möglichst vielen von ihnen eine Heimat bieten. Dafür brauchen wir engagierte Ehrenamtliche, Trainerinnen und Trainer sowie langfristige finanzielle Unterstützung. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass Inklusion im Sport selbstverständlich wird. Noch immer gibt es viele Kinder mit Behinderung, die keinen einfachen Zugang zu regelmäßigen Sportangeboten haben. Unser Ziel ist es, das zu ändern und ihnen die gleichen Chancen auf Teamgeist, Bewegung und sportliche Erlebnisse zu ermöglichen.