Zu Hauptinhalt springen
Forschungskooperation in der Onkologie: Gemeinsames Zeichen für die weitere Zusammenarbeit in Forschung und Patientenversorgung.

Quelle: Shanghai University of Traditional Chinese Medicine

HanseMerkur Zentrum für TCM stärkt Forschungskooperation mit Shanghai

Im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Hamburg–Shanghai hat sich das HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am UKE an einer hochrangig besetzten Veranstaltung zur Integrativen Medizin beteiligt. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher unterstrich dabei die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für Forschung, Versorgung und Patientennutzen.

Am 15. Oktober 2026 kamen an der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zusammen. Zu den Teilnehmern gehörten Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Liv Assmann, Staatsrätin für auswärtige Angelegenheiten, sowie Dr. Christoph Schwieger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation. Dr. Tschentscher, selbst Arzt, freute sich über die Teilnahme des HanseMerkur Zentrums für TCM am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

Forschungskooperation in der Onkologie

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Shanghai. Das HanseMerkur Zentrum für TCM am UKE, das Clinical Cancer Center Hamburg und das Longhua Hospital der Shanghai University of Traditional Chinese Medicine unterzeichneten ein Memorandum of Understanding (MoU) für eine Forschungskooperation. Für das Projekt waren im Vorfeld rund 500.000 Euro an Fördermitteln eingeworben worden.

Untersucht werden ausgewählte TCM-Ansätze zur Unterstützung von Krebspatientinnen und -patienten während einer Chemotherapie. Im Fokus stehen unter anderem Chemotherapie-induzierte periphere Polyneuropathien (CIPN) und Fatigue, die die Lebensqualität und die Behandlungstoleranz erheblich beeinträchtigen können.

TCM wird dabei ausschließlich als supportive Behandlung und nicht als Ersatz für die etablierte Krebstherapie untersucht. Vorgesehen sind unter anderem Behandlungen der CIPN von Brustkrebspatientinnen sowie ein Register zur Erfassung von Fatigue. Klare Endpunkte, standardisierte Abläufe und eine systematische Sicherheitsbeobachtung sollen dazu beitragen, belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.

„Mit dieser Kooperation bündeln wir die wissenschaftliche Kompetenz Hamburgs und Shanghais, um das Potenzial der Chinesischen Medizin in der unterstützenden Krebsbehandlung gemeinsam zu untersuchen. Unser Ziel ist es, durch hochwertige Forschung neue, sichere und wirksame Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patienten zu erschließen“, erklärt Privatdozent Dr. Sven Schröder.

Arzneimittelentwicklung und Standards

Ein weiterer Schwerpunkt war die Qualitätssicherung pflanzlicher Arzneimittel. Vertreterinnen und Vertreter aus Shanghai und Hamburg diskutierten Anforderungen an Identität, Reinheit, Verarbeitung, Rückverfolgbarkeit und gleichbleibende Qualität. Internationale Standards schaffen die Grundlage für verlässliche Forschung und eine sichere Anwendung in unterschiedlichen Gesundheitssystemen.

Darüber hinaus wurde ein Vertrag für ein Zulassungsprojekt des chinesischen Arzneimittels Shufeng Jiedu (SFJD) in Deutschland unterzeichnet. Beteiligt waren der Hersteller Anhui Jiren Pharmaceutical sowie die ConPhyMed Pharmaceutical GmbH.

SFJD soll über einen regulierten europäischen Zulassungsweg für den deutschen Markt zugängig gemacht werden. Das Vorhaben verbindet wissenschaftliche Evidenz, pharmazeutische Qualitätsdokumentation, Entwicklung und Produktion in Deutschland, Sicherheitsbewertung und behördliche Prüfung. Bei erfolgreichem Verlauf könnte das Projekt zu einem Referenzbeispiel für die regulierte Integration eines TCM-Arzneimittels in Deutschland werden.

Sebastian Hertz, Kaufmännische Leitung der ConPhyMed Pharmaceutical – zur Verbindung von wissenschaftlicher Evidenz, pharmazeutischer Qualität und regulierter Arzneimittelentwicklung: „Für uns ist entscheidend, Traditionelle Chinesische Medizin nicht an den europäischen Anforderungen vorbei, sondern über einen regulierten wissenschaftlichen Weg in die Versorgung zu bringen. Shufeng Jiedu bietet die Chance zu zeigen, wie sich langjährige Anwendungserfahrung, wissenschaftliche Evidenz und moderne pharmazeutische Qualitätsstandards miteinander verbinden lassen. Eine erfolgreiche Zulassung ist deshalb weit mehr als ein einzelnes Arzneimittelprojekt – es ist ein wichtiger Schritt für die weitere Integration der TCM in Europa.“

Von der Städtepartnerschaft zum Patientennutzen

Die Veranstaltung machte die internationale Vernetzung des HanseMerkur Zentrums für TCM sichtbar. Zugleich zeigte sie, wie die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai konkrete Kooperationen in Bildung, klinischer Forschung, Standardisierung und Arzneimittelentwicklung ermöglicht.

Der gemeinsame Ansatz folgt dabei einer klaren Linie: Ausbildung schafft die Grundlage, Forschung prüft den möglichen Nutzen, Qualitätsanforderungen und Standards sichern Verlässlichkeit, und regulierte Zugangswege ermöglichen eine verantwortungsvolle Anwendung. Ziel ist die evidenzbasierte Integration ausgewählter TCM-Ansätze in die moderne Gesundheitsversorgung – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.

Eindrücke aus Shanghai