Welche Themen und Arbeitsschwerpunkte hat ihr Verein?
Der Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Freiburg ist eine gemeinnützige Organisation, die sich das Ziel gesetzt hat, schwerstkranken Kindern und ihren Familien in ihrer belastenden Lebensphase zu helfen.
Es ist ein Zusammenspiel vieler Komponenten, die die Heilungschancen eines jeden einzelnen Kindes ausmachen: Wir setzen uns dafür ein, die medizinische und personelle Versorgung zu verbessern und die Forschung voranzutreiben.
Wir sind für Familien da, die um das Leben ihres Kindes bangen und bieten ihnen umfassende Unterstützung und Betreuung. Wir begleiten Geschwisterkinder im Kindes- und Jugendalter und unterstützen sie dabei pädagogisch therapeutisch. Auch die psychosoziale Betreuung der Eltern liegt uns am Herzen, ebenso wie die Trauerbegleitung für Familien, die ein Kind verloren haben.
Unser Elternhaus befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Freiburg. Es bietet Eltern, deren Kind schwerkrank ist und möglicherweise über Wochen oder Monate in der Klinik behandelt wird, die notwendige Nähe und die Möglichkeit, als Familie in dieser schwierigen Zeit zusammenzubleiben - nicht selten wird unser Elternhaus so zu einem „zweiten Zuhause auf Zeit“.
Welche besonderen Momente erleben Sie in Ihrer täglichen Arbeit?
In der „Geschwisterinsel“ unseres Elternhauses erleben wir täglich wie belastend diese besondere Lebenssituation für alle ist – neben den Eltern und Patienten auch für die gesunden Geschwisterkinder. Auch sie brauchen eine Anlaufstelle – wir nennen ihn „Ankerplatz“- für Ihre Sorgen, Nöte, Ängste und Fragen.
Zu den ganz besonderen Momenten zählt auf jeden Fall zu sehen, wie die Kinder und Jugendlichen wieder für einen Moment die Schwere des Alltags hinter sich lassen, Leichtigkeit finden und wieder einmal unbeschwert lachen können.
Es sind aber auch die Augenblicke, in denen das Vertrauen in uns Mitarbeiterinnen spürbar wird, wenn die gesamte Gefühlspalette, in der sie sich momentan befinden zum Ausdruck kommt und sie sich öffnen.
An welchen Stellen in Ihrer Arbeit wünschen Sie sich mehr Unterstützung und von wem?
Für unsere Arbeit wünschen wir uns eine stärkere öffentliche Wahrnehmung. Es ist wichtig, dass auch Geschwister in solchen Lebenslagen mehr Sichtbarkeit erhalten, das Verständnis für ihre Situation wächst und der Fokus nicht ausschließlich auf der Erkrankung der Patienten liegt, sondern die ganze Familie gesehen wird. Zudem wäre es wünschenswert, dass Projekte dieser Art nicht ausschließlich durch Spenden gemeinnütziger Vereine finanziert werden müssen, sondern auch öffentliche Mittel bereitgestellt werden.