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"Gibt es Nutella im Himmel?" 3 Fragen an... Rebecca Kranz vom Kinder- und Jugendhospiz Balthasar

Der 10. Februar ist der Tag der Kinderhospizarbeit. Welche Angebote sind mit Kinderhospizarbeit verbunden und wie kann Kinderhospizarbeit in der gesellschaftlichen Wahrnehmung gestärkt werden? Dieser Gedenktag soll auf die bedeutsame Arbeit von Kinderhospizen aufmerksam machen und das Thema "Tod von jungen Menschen" enttabuisieren. Oft werden schwerkranke Kinder- und Jugendliche und deren Familien über einen langen Zeitraum in Kinderhospizen begleitet. Im Jahr 2017 haben wir das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar mit dem HanseMerkur Preis für Kinderschutz ausgezeichnet. Das Hospiz aus Olpe begleitet die Kinder und Jugendlichen und deren Familien und Angehörige manchmal jahrelang. Im Kinderhospiz Balthasar soll die Zeit möglichst erfüllt und positiv erlebt werden, dafür gibt es umfangreiche Begleit- und Therapieangebote. Wir haben mit Rebecca Kranz, Referentin Öffentlichkeitsarbeit, über ihre Arbeit und welche Momente sie dabei als besonders wertvoll erlebt, gesprochen. 

Was zeichnet aus Ihrer Sicht Kinderhospizarbeit aus?

Kinderhospizarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass wir die ganze Familie meist über Jahre begleiten. Wir entlasten die Eltern nicht nur von der Pflege, sondern bieten auch psychosoziale Begleitung für alle Familienmitglieder – vom erkrankten Kind oder Jugendlichen über die Geschwister und Eltern bis hin zu Großeltern und anderen Zugehörigen. Im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar finden die Familien eine Gemeinschaft aus anderen Betroffenen, können unbeschwerte gemeinsame Momente erleben und treffen auf Menschen, die die individuelle Lebenssituation und den persönlichen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer akzeptieren und wertschätzen. Kinderhospizarbeit schafft eine besondere Verbundenheit, und zwar auf beiden Seiten.

Welche besonderen Momente erleben Sie in ihrer täglichen Arbeit?

Wir erleben sehr viele besondere Momente: Das erkrankte Kind, das uns einen selbstverfassten Arbeitsvertrag vorlegt, weil es so gern bei uns arbeiten möchte. Geschwister, mit denen wir offene Gespräche darüber führen, ob es im Himmel wohl Nutella gibt. Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen, die das Leben mutig anpacken und andere an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Und auch: Spenderinnen und Spender, die viel Zeit und Herzblut investieren, um unsere Arbeit möglich zu machen.

An welchen Stellen in ihrer Arbeit wünschen Sie sich mehr Unterstützung und von wem?

Wir wünschen uns auch weiterhin viele helfende Hände in der Kinderhospizarbeit. Das betrifft das Ehrenamt ebenso wie die hauptamtliche Mitarbeit. Der Fachkräftemangel in der Pflege sorgt schon jetzt dafür, dass Kinder- und Jugendhospize bundesweit nicht mehr alle Plätze belegen können. Unseren Familien wünschen wir, dass der Umgang mit den oft tabubelegten Themen Sterben und Trauern offener und selbstverständlicher wird – am Ende betreffen sie uns alle.