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Busreisen bleiben gefragt: Drei Fragen an Susanne Löbkens

Die RDA Group Travel Expo, die am 28. und 29. April 2026 in Köln stattfindet, zählt zu den wichtigsten Treffpunkten der Bus- und Gruppentouristik. Für die HanseMerkur ist sie ein zentraler Ort, um mit Veranstaltern über aktuelle Entwicklungen, Sicherheitsbedürfnisse und den wachsenden Stellenwert von Reiseschutz ins Gespräch zu kommen. Wir haben mit Susanne Löbkens, Vertriebsdirektorin bei der HanseMerkur Reiseversicherung, gesprochen.

1. Wie entwickelt sich der Markt für Bus- und Gruppenreisen in den kommenden Jahren – und welche Rolle spielt der Faktor Sicherheit?

Insgesamt bleibt die Reiselust in Deutschland hoch: Rund 76 Prozent der Bevölkerung planen laut Reiseanalyse 2026 eine Reise. Und auch speziell in Bezug auf die Busreise spricht vieles dafür, dass sie in den kommenden Jahren ihren Marktanteil weiter behaupten wird. Der Bus gilt als vergleichsweise emissionsarmes Verkehrsmittel und hält souverän seine Position als komfortables und sicheres Reiseverkehrsmittel, um Deutschland und andere Länder zu erkunden. Gleichzeitig beobachten wir, dass Sicherheitsthemen aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage stärker in den Fokus rücken – auch bei Gruppenreisenden. Das Bedürfnis nach verlässlicher Absicherung wächst spürbar.

2. Wie verändert das die Nachfrage nach Reiseversicherungen und was bedeutet dies für Gruppenreiseveranstalter?

Die derzeitigen geopolitischen Entwicklungen hinterlassen in der Tourismusbranche deutliche Spuren. Das sehen wir auch im Bereich der Reiseversicherungen: Die Nachfrage nimmt weiter zu, Abschlussquoten steigen, und gleichzeitig wächst der Wunsch nach differenzierten Produkten sowie einer intensiveren Beratung. In der Produktentwicklung setzen wir gezielt auf mehr Flexibilität und modulare Bausteine sowie erweiterte Leistungs- und Deckungsumfänge, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Bei den Veranstaltern stehen vor allem Aspekte wie Sicherheit, Anpassungsfähigkeit und eine klare, verständliche Darstellung der Leistungen stärker im Mittelpunkt.

3. Bei welchen Reisearten sehen Sie aktuell den größten Bedarf an umfassendem Reiseschutz – und welche Entwicklungen beeinflussen diesen Bedarf?

Wir stellen eine deutliche Zunahme von Fern- und Abenteuerreisen fest. Reiseformen, die weiter entfernt liegen oder besondere Erlebnisse bieten – etwa Expeditionen, Trekkingtouren oder sportlich geprägte Reisen – erfordern aus unserer Sicht einen deutlich höheren Absicherungsbedarf. Solche Reisen sind häufig komplexer organisiert und gehen naturgemäß mit größeren Risiken einher als klassische Pauschalangebote, sodass Standardversicherungen oftmals nicht ausreichen.

Gleichzeitig steigen weltweit die Kosten für medizinische Versorgung, sei es für ambulante Behandlungen, Klinikaufenthalte oder Rücktransporte. Das führt dazu, dass ein umfassender Reiseschutz für diese Reisearten deutlich wichtiger wird.

Insgesamt beobachten wir, dass Sicherheit für viele Reisende heute eine wesentlich größere Rolle spielt als noch vor einigen Jahren. Eine Reiseversicherung wird daher zunehmend als fester Bestandteil der Reiseplanung betrachtet – nicht als Zusatz, sondern als notwendige Absicherung, um unbeschwert unterwegs sein zu können. Für Anbieter von Bus- und Gruppenreisen bietet ein aktives Angebot von Reiseschutz die Chance, ihren Service auszubauen, Vertrauen und Sicherheit zu stärken und gleichzeitig zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen.