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Dr. Kay Friedrichs führte durch die Veranstaltung.

Brustkrebs im Fokus: Wie Wissen, Früherkennung und Dialog neue Zuversicht schaffen

Am 7. Februar 2026 wurde das Atrium der HanseMerkur Versicherungsgruppe in Hamburg zum Treffpunkt für Information, Austausch und Hoffnung: Der mit über 250 Teilnehmenden ausverkaufte Informationstag Brustkrebs 2026 brachte Patientinnen, Angehörige und Interessierte zusammen, um sich aus erster Hand über aktuelle Entwicklungen in der Brustkrebsdiagnostik und -therapie zu informieren.

Organisiert vom Mammazentrum Hamburg am Krankenhaus Jerusalem, bot die Veranstaltung ein vielfältiges Programm – von Vorträgen zur Früherkennung, modernen medikamentösen Therapien und Lebensqualität bis hin zu innovativen, ganzheitlichen Behandlungsansätzen. Ein besonderes Highlight war das „Meet the Doc“-Speeddating, das den direkten und persönlichen Dialog zwischen Betroffenen und Experten und Expertinnen ermöglichte.

Moderiert wurde der Informationstag von Dr. Kay Friedrichs, der die Bedeutung einer individualisierten und ganzheitlichen Krebsmedizin betonte. Im Interview spricht der leitende Arzt am Mammazentrum über die zentralen Botschaften des Tages, aktuelle Fortschritte in der Brustkrebsbehandlung und darüber, wie medizinisches Wissen Patientinnen und Patienten Sicherheit und Zuversicht im Umgang mit der Diagnose geben kann.

Herr Dr. Friedrichs, der Informationstag Brustkrebs 2026 war sehr gut besucht – was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Botschaft für die Teilnehmerinnen?

Der Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung der Frau in Westeuropa und den Industrienationen. Die Botschaft lautet: Die Heilungsraten werden weiter verbessert und nähern sich etwa 85% nach fünf Jahren. Auch die Langzeitergebnisse werden durch eine wirksamere Früherkennung und eine bessere medikamentöse Therapie kontinuierlich besser. Im Gegensatz dazu steht eine Deeskalation im Bereich der operativen Maßnahmen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen führt.

Bei den Vorträgen ging es um neue Therapieansätze, Nebenwirkungen und Lebensqualität. Wo sehen Sie aktuell die größten Fortschritte in der Brustkrebsbehandlung, und was können Patientinnen selbst tun, um trotz Therapie ihre Lebensqualität zu erhalten?

Der wichtigste Fokus liegt auf der Früherkennung, sodass wir in Deutschland ganz besonders für eine Teilnahme am Mammographiescreening werben, das ab dem 50. Lebensjahr bis zum 75. Lebensjahr angeboten wird und möglicherweise demnächst auf die Altersgruppe ab 45 ausgedehnt wird. Als Therapeuten sehen wir unsere wichtigsten Fortschritte in der Teilnahme an wissenschaftlichen Studien um Patientinnen, die innovativ neue Techniken anbieten zu können, insbesondere im Bereich der medikamentösen Therapie.

Großer Andrang beim Informationstag Brustkrebs 2026.

Großer Andrang beim Informationstag Brustkrebs 2026. | Wolfgang Metzdorf, HanseMerkur

Der Infotag verband medizinische, sportliche und psychosoziale Aspekte und bot mit dem „Meet the Doc“-Speeddating direkten Austausch zwischen Ärzt:innen und Betroffenen. Wie wichtig ist dieser ganzheitliche und persönliche Ansatz in der modernen Krebsmedizin?

Neben der differenzierten Diagnostik, der Risikoabschätzung und der angemessenen systemischen und der chirurgischen Therapie ist eine psychoonkologische Begleitung und gegebenenfalls Ergänzung durch komplementärmedizinische Ansätze sinnvoll. Die Erkrankung ist letztlich so individuell wie die Betroffenen sind und bedarf einer entsprechenden detaillierten Analyse und angepassten Behandlung.

Die HanseMerkur hat den Informationstag als Gastgeber ermöglicht. Welche Bedeutung haben aus Ihrer Sicht Versicherungen, wenn es darum geht, Gesundheitskompetenz, Prävention und informierte Entscheidungen bei schweren Erkrankungen wie Brustkrebs zu fördern?

Wir sind der HanseMerkur für ihre Gastgeberrolle unseres jährlichen Patiententages zu Dank verpflichtet. Gleichzeitig sind wir ihr dankbar für die Versorgung der Versicherten und die bestehende Kooperation. Wir hoffen auf weitere erfolgreiche Patienten- und Patientinnenveranstaltungen in Zukunft.

In der öffentlichen Diskussion ist oft vom „Gender Health Gap“ die Rede – also davon, dass Frauen in Forschung, Diagnostik und Versorgung lange zu wenig berücksichtigt wurden. Spüren Sie diese Unterschiede auch in der Brustkrebsmedizin, und hat sich hier in den letzten Jahren etwas verbessert?

Da das Mammakarzinom zu 99% Frauen betrifft, ist in dieser besonderen Situation eine Benachteiligung der Frauen in Forschung, Diagnostik und Versorgung nicht zu erkennen. Der Fokus liegt und lag bei der Optimierung der Behandlung und Diagnostik von Frauen. In vielerlei Hinsicht wird der Brustkrebs der Männer in ähnlicher Weise behandelt wie der der Frauen.

Forschungsgelder und Studien bestimmen maßgeblich, welche Therapien entwickelt werden. Wo sehen Sie derzeit noch Handlungsbedarf, wenn es um gezielte Forschung zur Frauengesundheit und insbesondere zu Brustkrebs geht?

Handlungsbedarf besteht meines Erachtens in der raschen Umsetzung von relevanten Studienergebnissen und Akzeptanz dieser so und daher wichtigen Entwicklungen durch den G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss), um die schnelle Umsetzung optimaler Therapien zu geben.

Wenn Sie den Teilnehmerinnen zum Abschluss eine Empfehlung mitgeben dürften: Was hilft nach Ihrer Erfahrung am meisten, um mit der Diagnose Brustkrebs umzugehen?

Das Wissen um die individuelle Situation verbunden mit einem Angebot für eine optimale Therapie vermittelt den Patientinnen die größte Sicherheit im Umgang mit der Diagnose.